Zu allen Zeiten und in allen Kulturen haben Menschen nach dem Glücklichsein geforscht.

Früher waren es die Philosophen, später die Psychologen und heute die Gehirnforscher,

die mit modernen Methoden dem Glücklichsein auf die Spur kommen.


Trotz den unterschiedlichen Methoden ist man sich über folgende Punkte einig:
Glücklichsein ist hauptsächlich geprägt durch unsere Denkweise

und bezüglich Lebensbedingungen, Wohlstand, Macht, Status und Intelligenz

hat nicht die Realität, sondern nur die Art und Weise der Wahrnehmung einen Einfluss.


Gehirnforschung
Um dem Glück auf die Spur zu kommen scannen die Wissenschaftler die Gehirne von Tieren, Probanden

und sogar Liebespaaren. Dadurch wissen wir genau wie und wo Glück in unserem Gehirn entsteht,

welche Areale unseres Gehirns daran beteiligt sind und welche biochemischen Prozesse dabei ablaufen.


Wir können aber nicht nur das Glücksgefühl lokalisieren, sondern wissen auch was wir tun können, um ein glücklicheres Leben zu führen. Eine der wohl wichtigsten Erkenntnisse dazu ist, dass sich unser Gehirn bei

jedem tun und denken ständig verändert, was uns die Möglichkeit gibt unser Gehirn wie ein Muskel zu trainieren.


Ein Dauerglückszustand dürfen wir aber nicht erreichen, weil sonst der Lebensantrieb versiegt, was mit Ratten experimentell nachgewiesen wurde. Mit einem Hebel konnten sie ihr Glückszentrum mittels Reizelektroden aktivieren. Dabei betätigten sie leidenschaftlich und unermüdlich den Hebel und kehrten nicht mehr zum Futter zurück bis sie starben. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes vor lauter Glück gestorben.


Leider gibt es eine genetische Veranlagung fürs Glücklichsein. Ob jemand mehr zu einer glücklichen optimistischen oder mehr zu einer unglücklichen pessimistischen Persönlichkeit neigt ist durch die Gehirntätigkeit messbar.

Die gute Nachricht ist aber, dass man diese genetisch bedingte höhere Aktivität der entsprechenden

Gehirnareale beeinflussen und durch Training verändern kann.


Positive Psychologie
Die allgemeine Psychologie beschäftigt sich wie die Medizin mit der Heilung von Krankheiten. Damit wird aber

nur Leid vermindert. Die Positive Glücksforschung ist die Fortsetzung, wo das Glücklichsein beginnt. Von der Hirnforschung hat man gelernt, dass nicht nur psychische, sondern auch physische Krankheiten durch das Glücksempfinden geheilt werden können. Als Forschung wurde die Positive Psychologie erst Ende 19. Jahrhundert von der Industrie kreiert, nachdem sie realisierte, dass glückliche Mitarbeiter produktiver, erfolgreicher, kreativer, motivierter, stressresistenter, weniger krank und umgänglicher sind. Eine Win-Win-Strategie, die sich bestens bewährt, wenn es gelingt den Leistungsdruck durch Freude an der Arbeit zu ersetzen, was am besten funktioniert, wenn beide Seiten daran arbeiten.


Volkszufriedenheit
Ein Staat funktioniert am besten, wenn alle Bürger glücklich sind, denn glückliche Menschen sind friedliebender, hilfsbereiter, rücksichtsvoller, sozial engagierter, weniger kriminell, weniger hasserfüllt und weniger rachesüchtig. Politische Entscheide sollten deshalb immer nach dem Kriterium der Volkszufriedenheit gefällt werden. Aber solange Politiker, Parteien und Bürger über das Glücklichsein nicht aufgeklärt sind, werden die Entscheide nach dem Glück, nach dem wir fälschlicherweise jagen gefällt. Warum in der Volksschule Glücklichsein nicht gelernt wird und gemäss der Positiven Psychologie die Win-Win-Strategie genutzt wird, ist unverständlich. Freude am Lernen ist das Erfolgsrezept, nicht Leistungsdruck.


Geben ist schöner als nehmen
Das ist ein typisches Zitat wie sehr wir dem falschen Glück nachrennen. Die Habgier suggeriert nehmen ist schöner, aber sobald sie gestillt ist kommt sie von neuem und die Summe der Gefühle bleibt Unzufriedenheit. Zudem generiert nehmen ein Gefühl der Verpflichtung und Abhängigkeit und Freude wird meist nur anstandshalber gezeigt. Demgegenüber erhöht Geben das Selbstwertgefühl und die Freude des Empfängers wird miterlebt. Man muss nur andere Menschen beobachten. Diejenigen die mehr arbeiten damit sie geben können sind glücklicher als die arbeitsscheuen Almosenempfänger. Armen Flüchtlingen kann man nicht mit geben auf Dauer helfen, sondern nur  indem man ihnen auf die eigenen Beine hilft, damit sie das wichtigste fürs Glücklichsein, die Würde nicht verlieren. Wenn es gelingt seine wahren Glücksgefühle zu erkennen, ist man höchst erstaunt wieviel Wahrheit hinter diesem Sprichwort steckt und wie sehr man sich von der Habgier in die Unzufriedenheit reissen lässt.


Aber wie finden wir das schönste Glück? Das im nächsten Kapitel